Der Fall in Schwabenheim
Nach Angaben der Polizei Mainz wollte ein Mann am 9. März 2026 sein Elektrofahrzeug an einer öffentlichen Ladesäule auf dem Marktplatz in Schwabenheim an der Selz (Rheinland-Pfalz) aufladen. An der Säule war ein Aufkleber mit einem QR-Code angebracht, der angeblich vom Energieanbieter 'RWE' stammte.
Die Ladesäule wird nach Polizeiangaben tatsächlich von 'EWR' betrieben, nicht von RWE. Das sei dem Mann zunächst nicht aufgefallen. Nach dem Scannen des QR-Codes sei er nicht auf die Webseite des Betreibers, sondern auf eine Phishing-Seite geleitet worden.
Anschließend hätten Unbekannte versucht, die Kreditkarte des Mannes zu belasten, teilte die Polizei mit. Die Zahlung sei nicht freigegeben worden, ein finanzieller Schaden sei nicht entstanden. Die Polizei Mainz ermittelt.
Vorgehen der Täter an Ladesäulen
- Täter überkleben die originalen QR-Codes an öffentlichen E-Ladesäulen mit gefälschten Aufklebern
- Der gefälschte Aufkleber trägt einen bekannten Markennamen (im Fall Schwabenheim: RWE statt des tatsächlichen Betreibers EWR)
- Nach dem Scannen wird der Nutzer auf eine nachgebaute Phishing-Webseite geleitet
- Dort werden Kreditkartendaten oder andere Zahlungsinformationen abgefragt
- Mit den erbeuteten Daten versuchen die Täter, unberechtigte Zahlungen auszulösen
Hinweise auf gefälschte QR-Codes an Ladesäulen
Aufkleber über dem Original
Prüfen Sie, ob der QR-Code als Aufkleber über einen anderen Code geklebt wurde. Aufkleber sind oft an erhabenen Kanten zu ertasten.
Abweichender Anbietername
Vergleichen Sie den Namen auf dem QR-Code mit dem tatsächlichen Betreiber der Ladesäule. Im Fall Schwabenheim stand 'RWE' auf dem gefälschten Aufkleber, tatsächlicher Betreiber war 'EWR'.
Unbekannte URL nach dem Scan
Prüfen Sie nach dem Scannen die Adresse in der Adressleiste. Offizielle Lade-Apps und Webseiten nutzen bekannte Domains.
Abfrage von Kreditkartendaten
Seriöse Ladeanbieter fragen Kreditkartendaten nicht direkt über QR-Codes ab. Die Polizei rät, stattdessen die offizielle App des Anbieters zu nutzen.
E-Ladesäulen als Angriffsziel
E-Ladesäulen stehen an öffentlichen Orten, sind meist unbewacht und tragen gut sichtbare QR-Codes für die Bezahlung. Nutzer sind es gewohnt, diese Codes für den Ladevorgang zu scannen. Polizeibehörden melden bundesweit ähnliche Fälle an Parkautomaten, Ladesäulen und öffentlichen Einrichtungen.
Empfehlungen der Polizei
- • Nutzen Sie zur Bezahlung bevorzugt die offizielle App des Ladesäulenbetreibers
- • Prüfen Sie, ob der QR-Code nachträglich aufgeklebt wurde, etwa an den Rändern
- • Vergleichen Sie den Anbieternamen auf dem QR-Code mit dem Namen auf der Ladesäule
- • Kontrollieren Sie die URL nach dem Scannen und geben Sie keine Zahlungsdaten auf unbekannten Seiten ein
- • Melden Sie verdächtige QR-Codes dem Ladesäulenbetreiber und der Polizei
QRTrust: Prüfung von QR-Codes vor dem Öffnen
QRTrust prüft die Ziel-URL eines QR-Codes, bevor die Seite geöffnet wird. Die Analyse umfasst sechs Prüfschichten und erkennt Phishing-URLs in Echtzeit.
Abgeglichen wird gegen über 1 Million bekannte Phishing-URLs, ergänzt um KI-gestützte Mustererkennung. Der Dienst ist DSGVO-konform und wird in Deutschland gehostet.
QR-Code mit QRTrust prüfen →Über QRTrust
QRTrust ist die erste deutsche QR-Code-Sicherheitsplattform, entwickelt in Dortmund. KI-gestützte Echtzeit-Erkennung, eine lokale Bedrohungsdatenbank und mehrstufige Sicherheitsprüfungen schützen Bürger, Behörden und Unternehmen vor Quishing-Angriffen. DSGVO-konform, gehostet in Deutschland.
