Gefälschte Bankbriefe mit QR-Codes im Umlauf

Derzeit sind gefälschte Briefe im Umlauf, die angeblich von der Deutschen Bank stammen. Nach Angaben der Bank tragen die Schreiben Betreffzeilen wie 'Aktualisierung der Banking-App erforderlich' oder 'TAN-Verfahren-Update notwendig' und enthalten einen QR-Code.

In den Schreiben heißt es, der QR-Code diene der Aktualisierung des TAN-Geräts oder des BestSign-Verfahrens. Tatsächlich handelt es sich nach Angaben der Polizei um sogenanntes Quishing, eine Kombination aus QR-Code und Phishing.

Vorgehen der Täter

Nach Angaben der Polizei gehen die Täter in mehreren Schritten vor:

  1. Versand gefälschter Briefe im Corporate Design der Deutschen Bank mit nachgeahmten Logos und Layouts
  2. Die Schreiben behaupten, wegen EU-Vorschriften (AML/KYC) sei eine Identitätsprüfung oder TAN-Aktualisierung notwendig
  3. Ein QR-Code wird als schneller Weg dargestellt, den angeblichen Vorgang abzuschließen
  4. Wer den Code scannt, gelangt auf eine nachgebaute Banking-Seite
  5. Dort werden Zugangsdaten, TANs, Kreditkartendaten oder persönliche Informationen abgefragt und abgegriffen

Merkmale der gefälschten Schreiben

Unerwartete Briefe

Die Schreiben kommen unaufgefordert und beziehen sich auf eine Aktualisierung, die nicht beantragt wurde

QR-Codes in Bankbriefen

Banken versenden nach eigenen Angaben keine QR-Codes für Sicherheitsupdates per Brief

Zeitdruck und Drohungen

Die Schreiben erzeugen Zeitdruck oder drohen mit einer Kontosperrung

Rechtschreibfehler

Ungewöhnliche Formulierungen oder Grammatikfehler können auf eine Fälschung hinweisen

Fehlende persönliche Anrede

Häufig fehlt die korrekte Anrede mit dem vollständigen Namen des Empfängers

Stellungnahme der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank rät Empfängern, solche Schreiben nicht zu beantworten und zu entsorgen. Wer den QR-Code bereits gescannt oder Daten eingegeben habe, solle sich umgehend an die Bank wenden, teilte das Institut mit.

Nach Angaben des Instituts fordert die Deutsche Bank ihre Kundinnen und Kunden niemals per E-Mail, SMS, Telefon oder Brief zur Eingabe sensibler Daten wie PIN, TAN oder Passwörtern auf.

Die Deutsche Bank teilte mit, sie werde Kundinnen und Kunden niemals auffordern, über einen QR-Code in einem Brief Zugangsdaten einzugeben oder das TAN-Verfahren zu aktualisieren.

Empfehlungen zum Schutz

  • Keine QR-Codes aus unaufgeforderten Briefen scannen: Banken, Behörden und Versicherungen nutzen für Sicherheitsupdates nach eigenen Angaben andere Wege
  • Ziel-Adressen vor dem Öffnen prüfen: Prüfdienste gleichen die hinter einem QR-Code liegende Adresse mit Datenbanken bekannter Phishing-Seiten ab
  • Die Bank direkt kontaktieren: Im Zweifel gilt die Telefonnummer auf der Bankkarte, nicht die im Brief angegebene Nummer
  • Keine TANs auf externen Seiten eingeben: Banken fordern nach eigenen Angaben nicht zur Eingabe einer TAN auf Webseiten auf, die über einen Link oder QR-Code erreicht wurden
  • Verdächtige Briefe melden: Die Deutsche Bank nimmt Hinweise unter phishing@deutsche-bank.de entgegen. Zudem kann Anzeige bei der Polizei erstattet werden

Hinweise für Betroffene

Wer bereits Daten eingegeben hat, sollte nach Angaben der Polizei folgende Schritte einleiten:

  • 1.Das Online-Banking über den Sperr-Notruf 116 116 sperren lassen
  • 2.Die Bank über die offizielle Servicenummer kontaktieren
  • 3.Alle Passwörter und PINs ändern
  • 4.Anzeige bei der Polizei erstatten
  • 5.Den Vorfall mit Screenshots dokumentieren und den Brief aufbewahren

Je früher Betroffene reagieren, desto eher lässt sich nach Einschätzung der Polizei ein finanzieller Schaden begrenzen.

Einordnung: Briefpost als Verbreitungsweg

Der Fall zeigt, dass Kriminelle beim Phishing zunehmend auf klassische Briefpost ausweichen. Die Polizei verweist auf ähnliche Fälle, in denen Briefe im Namen verschiedener Banken verschickt wurden.

Die Ermittlungsbehörden raten, unaufgefordert zugesandte QR-Codes nicht zu scannen und verdächtige Schreiben der Bank oder der Polizei zu melden.

QR-Codes vor dem Öffnen prüfen

QRTrust prüft die Ziel-URL eines QR-Codes gegen Datenbanken bekannter Phishing-Seiten, bevor die Webseite geöffnet wird.

QRTrust kostenlos nutzen

Quellen und weiterführende Informationen

Dieser Artikel beruht auf folgenden Warnmeldungen und Berichten: